Wohratal News − Haushaltsplan 2014

Die Gemeindevertretung Wohratal hat in ihrer Sitzung vom 17.12.2013 einstimmig den Haushaltsplan für das Jahr 2014 beschlossen.

Der Ergebnishaushalt 2014 beträgt in der Einnahme 3.646.626 Euro. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 3.763.997 Euro entgegen, so dass sich ein Fehlbedarf in Höhe von 117.371 Euro ergibt.
 
Im Vergleich zum Haushaltsplan 2013, der mit einem Defizit von 281.633 Euro abschloss, sind dies 164.262 Euro weniger.
 
Ein Ergebnis, das Hoffnung gibt!
 
Positiv stellt sich die Entwicklung der Schlüsselzuweisungen des Landes dar. Diese betragen in der Summe 910.300 Euro und übersteigen so den Vorjahresbetrag um rund 290.000 Euro.
 
Die Schlüsselzuweisungen stellen somit bei den kommunalen Einnahmen den höchsten Einzelposten dar. Ihnen folgt der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer, der mit 823.300 Euro rund 11.000 Euro unter dem Vorjahresansatz liegt.
 
Es folgen die Einnahmen aus der Grundsteuer B mit 201.500 Euro. Eine Erhöhung des Hebesatzes für das Haushaltsjahr 2014 ist nicht vorgesehen.
 
Die Gewerbesteuer sackt weiter in den Keller und ist aufgrund des zu erwartenden Ergebnisses für das Haushaltsjahr 2013 nur noch mit 154.200 Euro veranschlagt worden. Eine Erhöhung des Hebesatzes ist nicht vorgesehen.
 

Die Grundsteuer A weist ein Aufkommen von 36.500 Euro aus, wobei hier entsprechend des Haushaltssicherungskonzeptes 2013 eine Erhöhung um 35% (305 auf 340%) erfolgt. Dies klingt zunächst nach viel, macht sich aber in der konkreten Zahl nur mit insgesamt 2.000 Euro bemerkbar.

Für den Bereich der Hundesteuer wurde ein Ansatz von 10.700 Euro, somit 2.500 Euro mehr als im Vorjahr, ausgewiesen. Dies resultiert aus der beschlossenen Erhöhung der Hundesteuer zum 01.01.2014.

Da der Haushalt des Landkreises Marburg-Biedenkopf für das Jahr 2014 unverändert einen Hebesatz in Höhe von 39,2% bei der Kreisumlage und 18,8% bei der Schulumlage enthält, ergeben sich für die finanzschwache Gemeinde Wohratal folgende Ausgaben:
 
Kreisumlage 807.000 Euro (22.736 Euro mehr als im Vorjahr)
Schulumlage 384.000 Euro (7.873 Euro mehr als im Vorjahr).
 
Eine Senkung der Kreisumlage hätte zu einer Entlastung des Gemeindehaushaltes und womöglich zu einem Haushaltsausgleich führen können. Dem ist aber leider nicht so.
 
Im Bereich der kirchlichen Kindertagesstätten wird von einer Defizitbeteiligung der Gemeinde Wohratal in Höhe von 279.534 Euro ausgegangen. Die Defizitaufteilung beträgt im Haushaltsjahr 2014 weiter 80% Kommune und 20% Kirche.
 
Bei der seitens der kirchlichen Träger geforderten Neuaufteilung des Defizits von 90% Kommune und 10% Kirche wird es zukünftig im Bereich der Kindertagesstätten zu Mehrkosten für den Gemeindehaushalt kommen. Unter Wertung der derzeitigen Lage wird ein Ausgleich dieser Mehrbelastung aus Sicht des Unterzeichners über eine entsprechende Anhebung der Grundsteuer B unumgänglich sein.
 
Für das Jahr 2014 sind Personalausgaben in Höhe von 41.700 Euro im Bereich der Grundschulbetreuung vorgesehen, die eine Weiterführung der freiwilligen Kooperation mit dem Schulträger im Haushaltsjahr 2014 ermöglichen.
 
Nach der Neufassung des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG) sind die Kommunen verpflichtet, ihre Gebühren nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen zu ermitteln. Diese Verpflichtung scheint insbesondere gerade bei Kommunen mit defizitärem Haushalt, wie es in Wohratal der Fall ist, auch dringend geboten.
 
Im Bereich der Wasserversorgung erfolgt eine Erhöhung der Wassergebühr zum 01.01.2014 von 1,74 Euro/cbm auf 1,85 Euro/cbm zuzüglich 7% Mehrwertsteuer. Bei einem Jahresverbrauch von 100 cbm ergibt dies eine monatliche Mehrbelastung einschließlich der Mehrwerteuer von 0,98 Euro. Die Grundgebühr bleibt weiterhin bei 41,00 Euro jährlich zuzüglich 7% Mehrwertsteuer.
 
Im Bereich der Abwasserentsorgung erfolgt eine Erhöhung der Niederschlagswassergebühr von bisher 0,47 Euro/qm auf 0,51 Euro/qm vor. Grund dafür ist, dass mehr Flächen entsiegelt wurden. Die Abwassergebühr beträgt weiter 3,32 Euro/qm. Die Grundgebühr unverändert 104,00 Euro jährlich je öffentlicher Wasserzähler.
 
Der Gesamtbetrag der möglichen Kassenkredite steigt um 250.000 Euro auf insgesamt 2.500.000 Euro. Aufgrund der eingangs dargestellten grundsätzlich positiven Entwicklung hält sich der Anstieg in Grenzen.
 
Der in Anspruch genommene Betrag unterliegt im Verlauf eines Haushaltsjahres natürlichen Schwankungen. So betrug er am 31.10.2013 insgesamt 2.049.746,80 Euro. Mit Stand vom 15.11.2013 waren es noch 1.464.841,47 Euro. Die Überziehung des Girokontos wird zurzeit mit 0,30% Sollzinsen geführt.
 
Die Kreditverschuldung der Gemeinde für Investitionen wird sich zum Ende des Haushaltsjahres 2014 voraussichtlich auf rund 4.351.000 Euro belaufen. Der Haushaltsentwurf 2014 sieht erneut keine Nettoneuverschuldung vor. Die Neuaufnahme von Krediten in Höhe von 216.000 Euro beschränkt sich auf die Höhe der Kredittilgung.
 

Folgende Investitionen sind nach den Teilfinanzhaushalten vorgesehen:

Inventurbeschaffung EDV  4.500 Euro

Investitionen Bauhof  15.000 Euro

Umbau Umkleide Feuerwehrhaus Halsdorf (Planungskosten) 10.000 Euro

Bodenbevorratung HLG 20.000 Euro

Kanalsanierungen 25.000 Euro

Brückensanierungen: 220.200 Euro

Erweiterung der Straßenbeleuchtung 1.000 Euro.

Aus Haushaltsresten des Vorjahres erfolgt die Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses in Langendorf.

In den Einnahmepositionen der Teilfinanzhaushalte finden sich neben der genannten Kreditaufnahme Erlöse aus Grundstücksverkäufen in Höhe von 5.000 Euro, die allgemeine Investitionspauschale von 45.000 Euro sowie die neue Investitionsstrukturpauschale zur Stärkung des ländlichen Raums in Höhe von 44.000 Euro.
 
Insgesamt betrachtet ein unspektakulärer Haushalt mit Verzicht auf Luftbuchungen, so wie es die derzeitige Lage der Gemeinde erfordert.
 

Peter Hartmann

Bürgermeister

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